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1. Informationstag für Ärzte und medizinisches Fachpersonal

Unseren 1. Informationstag für Ärzte und medizinisches Fachpersonal am Freitag, den 29.03.2019 am Klinikum rechts der Isar in München besuchten ca. 200 interessierte Teilnehmer aus unterschiedlichsten Fachbereichen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön auch für all die guten und relevanten Beiträge aus dem Publikum!

Was spielte sich im Hörsaal A des Klinikums rechts der Isar ab?

Begrüßung und Einführung durch Herrn Prof. V. Nüssler und Herrn Dipl. Psych. M. Besseler.

Prof. M. Schoenberg:
„Nudging“ bedeutet, durch empathisches Fragen, Hinhören und Informieren den Patienten zu möglichst selbstbestimmten Entscheidungen zu verhelfen. Dabei darf man jedoch nicht der Versuchung einer unbewussten und indirekten Manipulation verfallen.

Prof. D. Haller:
Die Mikrobiomforschung erforscht, welche Relevanz die Zusammensetzung der Darmbakterien für die Gesundheit hat. Daraus könnte auch therapeutischer Nutzen gezogen werden.

Prof. H. Hauner:
Folgen Patienten den Richtlinien des World Cancer Research Fund (WCRF), können sie mit einer abwechslungsreichen, pflanzenbasierten Ernährungsweise in Verbindung mit ausreichend Bewegung das Wiedererkrankungsrisiko deutlich verringern. Von sogenannten "Krebsdiäten" rät er strikt ab.

Prof. M. Martignoni:
Um frühzeitig eine Mangelernährung zu erfassen, sollten onkologische Schwerpunktpraxen kontinuierlich den Ernährungszustand der Tumorpatienten dokumentieren und beobachten. Eine professionelle Ernährungsberatung wird im Bedarfsfall nach ärztlicher Verordnung meistens von den gesetzlichen Krankenversicherungen bezuschusst (§ 43 Sozialgesetzbuch  Fünftes Buch(SGB V)).

Prof. M. Schoenberg:
Jede Art von Bewegung trägt zur Förderung von Regeneration und Rezidivprophylaxe bei. MET-Tabellen (Metabolisches Äquivalent, siehe auch https://www.tumorzentrum-muenchen.de/bewegung/bewegung-und-krebs.html helfen bei der Einschätzung der körperlichen Aktivitäten. Eine Überforderung unter innerem oder äußerem Druck hingegen ist nicht zielführend; viel wichtiger ist die Freude an der Bewegung. 

Dipl. Psych. M. Besseler:
Die Bayerische Krebsgesellschaft bietet ganz Bayern vielfältige niederschwellige psychosoziale Beratungen an. Schwerpunkt wird dabei auf Wohnortnähe und den unkomplizierten Zugang zu den Angeboten gelegt.

Dr. C. Riedner:
Das häufig vorkommende Fatigue-Syndrom erfordert ein frühzeitiges Erkennen (Screening!) und kompetente Schulung beim Austarieren von Aktivität/Bewegung und Ruhephasen. Ein unerkanntes Fatigue-Syndrom kann möglicherweise sogar die Langzeitprognose verschlechtern.

Dr. A. Eustachi und Herr W. Doerfler:
Anhand des Fatigue-Syndroms und der durch Chemotherapie induzierten Polyneuropathie wurde zu Chancen - aber auch Grenzen und Risiken - von naturheilkundlichen Behandlungsmethoden informiert.  Therapienebenwirkungen können etwa durch Akupunktur, Phytotherapie oder Nahrungsergänzungsmittel erheblich abgeschwächt werden. Selbst wenn viele naturheilkundliche Therapien einfach und unkompliziert erscheinen, gehören sie jedoch insbesondere bei Tumorpatienten in kompetente Hände.

Die bisherigen positiven und konstruktive Rückmeldungen bestätigen uns darin den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und Ihnen auch im kommenden Jahr ein hoffentlich spannendes und für den klinischen Alltag relevantes Programm anbieten zu können.

Prof. Dr. med. Volkmar Nüssler         

Geschäftsführender Koordinator        
Vorstandsmitglied des TZM          

Highlights

V.Nüssler & M.Besseler
V.Nüssler & M.Besseler
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Prof. Dr. med. Günter Schlimok

Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V.

Vorträge des 1. Informationstages