Das Tumorzentrum München
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Verlaufsuntersuchung zur psycho-onkologischen Versorgung von Patienten mit kolorektalen Tumorerkrankungen im Einzugsgebiet des Tumorregisters München - Bedarf, Akzeptanz und Inanspruchnahme.

Die auf dem DGHO-Kongress 2012 als "Best Abstract" ausgezeichnete Studie zum Bedarf sowie zur Kenntnis, Akzeptanz und Inanspruchnahme von psycho-onkologischen Unterstützungsangeboten für Patienten mit kolorektalen Tumorerkrankungen im Einzugsgebiet des Tumorregisters München wurde von der Fachzeitschrift „Supportive Care of Cancer“ zur Publikation angenommen. Bis auf weiteres ist der Artikel „Use of cancer-specific mental health resources - is there an urban-rural divide?“ als Online-Version abrufbar unter:

Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://link.springer.com/article/10.1007/s00520-014-2467-x

 

Die Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Tumorregister München durchgeführt wurde, hatte zum Ziel, die Kenntnis, Akzeptanz und Nutzung von psychosozialen Angeboten sowie die Belastung und psychosoziale Versorgung von Patienten mit kolorektalen Tumorerkrankungen systematisch zu erfassen und auf Stadt-Land-Unterschiede zu untersuchen.  Parallel zur postalischen Befragung der Patienten wurde über das Internet  nach psychosozialen Unterstützungsangeboten im Einzugsgebiet des TRM recherchiert und anhand des Stadt-Land-Gefälles als auch anhand der geographischen Verteilung untersucht. Insgesamt nahmen 534 Patienten aus 17 verschiedenen Landkreisen sowie aus München Stadt an der Studie teil. Knapp über die Hälfte (52%) aller befragten Patienten gab an, keine krebsspezifischen psychosozialen Angebote zu kennen. Etwas weniger als 20% der befragten Patienten gaben an, Hilfe anzunehmen wenn sie ihnen angeboten würde. In unserer Stichprobe nutzten zum Befragungszeitpunkt lediglich 1,2% der Patienten ein Angebot der psychosozialen Onkologie.

Es fand sich ein signifikanter Stadt-Land-Unterschied bzgl. der psychosozialen Versorgungssituation (p<0.001). Geographisch zeigte sich eine Unterversorgung in nordöstlichen und südwestlichen Regionen des Einzugsgebiets des TRM München. Patienten aus ländlichen Gebieten gaben signifikant häufiger an, mit ihrem Hausarzt über psychosoziale Aspekte sprechen zu können als Stadtpatienten (p<0.008) und waren über psychosoziale Angebote besser informiert (p<0.002).

 

Durch die systematische Erfassung von psychosozialen Angeboten im Einzugsgebiet des TRM konnten die bislang als Vermutung formulierte Unterversorgung von ländlichen Patienten sowie die Regionen mit Versorgungslücken nachgewiesen werden. Die bessere Arzt-Patienten-Beziehung bei „Landpatienten“ weist auf die wesentliche Rolle des betreuenden Arztes beim Erkennen psychosozialer Belange sowie bei der Vermittlung entsprechender Angebote hin. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten, psychosozialen Dienstleistern und Patienten scheint für eine integrative und zufriedenstellende Behandlung onkologischer Patienten unumgänglich zu sein.

Hier wurde den Fragen nachgegangen inwiefern sich die Belastung, Inanspruchnahme, Kenntnis und Akzeptanz im Verlauf ändern sowie welche Gründe für die geringe Inanspruchnahme von psychosozialen Unterstützungsangeboten und für die geringe Kenntnis & Akzeptanz von wohnortnahen Angeboten angegeben werden.

Weitere Infos erhalten Sie unter:  Tel.: 089/4400-74919 (Frau Yvonne Hilpoltsteiner, Studiensekretariat der Psycho-Onkologie an der Medizinischen Klinik III, Großhadern)